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Unsere Geschichte

Aufzeichnung von Manfred Kiesling und Alfons Bogusch

Entstehungsverlauf

Als 1862 der Peitzer Männerturnverein gegründet wurde, konnten die damaligen Gründungsmitglieder nicht ahnen, dass rund 60 Jahre später ein Teil der späteren Generationen des Turnvereines und eine Handvoll junger Männer zusammen den Peitzer Fußballverein gründen würden.

Der Fußball ist heute eine der vielen Sportarten, die sehr viele aktive wie auch passive Anhänger zusammenführt. Er nimmt innerhalb des Peitzer Kultur- und Sportlebens eine der erstrangigen Stellen ein.

Fußball ist in unseren Tagen ein Begriff für anspruchsvollen Sport, für Freude, Ausgleich und Spannung, für den aktiven Spieler, aber auch für den Zuschauer. So ergeben sich mit dieser Sportart aber auch Probleme für die Trainer, Sektionsleiter und Mitglieder, deren Lösung ein Maß für das Niveau des Fußballes in Peitz darstellt.

Bevor wir aber den heutigen Stand in Sachen um das runde Leder erreichten, war es ein langwieriger Weg, der durch so manche Tiefen und Höhen führte. Vor rund 85 Jahren fanden sich nach der Arbeitszeit ein Dutzend Männer auf dem Sportplatz hinter dem Stadtpark (momentaner Spielplatz) zum Training ein.

Der Platz war mehr eine Sandwüste als eine Sportstätte und während der Pausen mussten sich die Spieler vom Sand in ihren Schuhen entledigen. Um diese Gruppe von Sportfreunden sammelte sich recht bald ein Kern wirklich ernsthafter Spieler, welche teilweise dem Turnverein angehörten. Im Turnverein selbst war der Fußball auch nicht ganz unbekannt. Später probierte sich diese Gruppe von Fußballfreunden auf dem Sportplatz in der Dammzollstraße aus, wo es aber zu Streitigkeiten mit dem "Turnverein 1862" kam. Der Turnverein machte seine älteren Ansprüche auf diesen Platz geltend.

Unsere Sportfreunde ließen sich nicht entmutigen und gründeten zum Anfang der Spielperiode 1924 den Peitzer "Fußballverein 1924", der aber 1927 in den "Sportverein 1924" umbenannt wurde. Neben Fußball konnte beim SV 24 auch Leichtathletik betrieben werden. Zum Anfang 1924 existierte nur eine Männermannschaft, die ausfolgenden Gründungsmitgliedern bestand:

Otto Roßbach, Fritz Halbasch, Karl Kiesling, Erich Selling, Fritz Kaurenz, Martin Matschke, Bruno Krepper, Erik Gürbig, August Niproschke, Richard Neugebauer, Paul Alex, Emil Stolle, Otto Starich und Kurt Paulick.

Der Weg zum eigenen Sportplatz

Zunächst hatte der Club keinen eigenen Sportplatz und musste deshalb im ersten Spieljahr nur außerhalb antreten. Kraftfahrzeuge waren nicht vorhanden, die Spieler fuhren mit dem Rad zum Wettkampf. Teilweise hatte nicht jeder einen Drahtesel, zumal viele der Fußballer sogar arbeitslos waren.

Die Frage nach dem eigenen Fußballplatz trat immer wieder auf. Die Männermannschaft konnte ihre Gegner nicht auf eigenen Platz empfangen. Außerdem meldete sich der Nachwuchs an, sodass der Verein schon mehrere Mannschaften zählte.

Im Jahre 1926 gelang es dann zunächst, ein Grundstück des Gutsbesitzers Friede auf Luisenruh, am neuen Bahnhof zu pachten. Dieses Grundstück wurde bisher als Acker verwendet und musste erst einmal notdürftig hergerichtet werden. Großes Kapital zur Anlegung eines Sportplatzes stand vorerst dem Fußballverein nicht zur Verfügung.

Der Ausbau des Sportplatzes erfolgte von den Vereinsmitgliedern nach Beendigung der Arbeitszeit. Das etwa 5 Morgen(Mg) große Acker musste zuerst eingeebnet werden, dann wurde Rasen gesät und gewalzt.

Einer der Mitbegründer und Hauptinitiatoren des Peitzer Fußballes von 1924 bis in die 70ziger Jahre war der Sportfreund Rudolf Steinecke.

Als Vorstandsmitglied erwarb er sich bei der Erschaffung des eigenen Sportplatzes große Verdienste. Er war nicht nur Organisator, sondern auch über viele Jahre hinweg aktiver Spieler. Im fortgeschrittenen Alter vermittelte er seine theoretischen und praktischen Fähigkeiten der Jugend und hat somit wesentlichen Anteil an der Qualität des Peitzer-Fußball aus den 80er Jahren.

Vereinsleben 1924 bis 1930

Die Sonntage auf dem Sportplatz waren recht gut besucht, bis zu 350 Besucher konnten gezählt werden. Peitz hatte um 1925 mehr als 3000 Einwohner. Demnach war mehr als ein Zehntel der Peitzer Bevölkerung am Sonntag auf dem Sportplatz anzutreffen.

Auch außerhalb der Spieltage pflegte der SV 24 ein kulturelles Leben. Man traf sich im Vereinslokal "Hotel Stadt Frankfurt", welches auch als Umkleidegebäude des Vereins genutzt wurde. Sämtliche Pokale und Auszeichnungen wurden in einem Schrank aufbewahrt und bei einem Glas Bier wurden die Ergebnisse der letzten Spielsonntage ausgetauscht. Außerdem wurde alljährlich ein Vereinsball organisiert.

Im Jahre 1929 fuhr die Jugendmannschaft zu einem Spiel gegen den 1.FC Pirna in die Sächsische Schweiz, wo man das Spiel leider 5:2 verlor. Trotzdem blieb dieses Ereignis ein unvergessliches Erlebnis, da zuvor noch nie eine Peitzer Mannschaft soweit vom Heimatort entfernt angetreten war.

Mannschaft aus den 30er Jahren.

Der Peitzer Fußball während der Nazizeit

Einen jähen Einschnitt in das Sportleben und den daraus sich ergebenden Traditionen erfolgte während der Nazizeit. 1933 verboten die Nationalsozialisten den "Turnverein 1862" und alle anderen Arbeitervereine. Lediglich die bürgerlichen Sportclubs wurden zugelassen. Hielten vor 1933 der "SV 24" und auch die anderen Sportorganisationen die Jugend von der Straße fern und boten den jungen Männern eine interessante und gesunde Freizeitbeschäftigung, so war jetzt in der Hitler-Jugend die körperliche Wehrertüchtigung im Sinn der faschistischen Erziehung und der Kriegsvorbereitung zur Pflicht geworden.

Trotzdem bestand weiterhin der "SV 24". Aber viele Sportfreunde, besonders aus dem "TV 62", zogen sich vom öffentlichen Sportleben der Stadt zurück. Bereits 1936 sank die Spielerzahl im "SV 24", da viele Mitglieder zum Wehrdienst gezogen wurden.

Von 1933 bis 1946 wurden keine regulären Wettkampfspiele mehr ausgetragen, weil fast ausnahmslos alle Spieler in der Wehrmacht in einem sinnlosen Krieg kämpfen mussten. Viele kehrten nie mehr zurück. Wenn einmal so viele Soldaten des ehemaligen 'SV 24' in Urlaub nach Peitz kamen, das eine elfköpfige Mannschaft gestellt werden konnte, so gelang es manchmal ein Freundschaftsspiel zu arrangieren. 1942 führte der "SV 24" ein Freundschaftsspiel gegen die Luftwaffe Drewitz. Bei diesem Spiel erfolge der Anstoß mittels eines Doppeldeckers, der den Ball im Fluge aus geringer Höhe fallen ließ.

Der Fußball fand von 1944 bis 1946 sein gänzliches Ende infolge des 2. Weltkrieges.

Erst im Sommer 1946 gelang es, ein Dutzend Spielern, eine neue Mannschaft, einen neuen Fußball in Peitz zu gründen.

Der SV 24 wird zur Eintracht Peitz

Im Sommer 1946 wurde der Verein in "Eintracht Peitz" umbenannt. Die Wettkämpfe trug man, nachdem der "Turnverein 1862" nicht mehr existierte, abwechselnd auf dem Sportplatz am Bahnhof Stadt Peitz und in der Dammzollstraße aus.

Zu den ersten Spielern nach dem 2. Weltkrieg zählten: Günter Neumann, Gustav Arnzen, Günter Rascke, Günter König, Albert Suschowk, Rudi Krautz, Gerhard Meyer, Herbert Kallauke, Alfred Bothe, Alfred Pusch und Georg Hoffmann.


1948
war die Männermannschaft bereits in der 1. Kreisklasse. In dieser Zeit wurde die Spieltechnik und die Ball-Beherrschung weitgehendst verbessert.


1949
gelang der "Eintracht Peitz" die Gründung einer Jugendmannschaft.


1950
erreichten die Männer mit den Sportfreunden Jakubitz, Neumann, Meyer, Jurk, Schuchard, Siewert, Sozesny, Gebrüder Plößl, Kallauke, Hazurm, Greubner und Nakoinz die Kreismeisterschaft und nach einem Relegationsspiel gegen Märkisch-Heide den Aufstieg in die Bezirksklasse.


1951
Aus der 'Eintracht Peitz' wird 'Fortschritt Peitz'.


1954
hörten etwa 60% der Männermannschaft aus Altersgründen auf. Nach den so schwer erkämpften Errungenschaften breitete sich eine tiefe und ernsthafte Krise in dieser Mannschaft aus, welche hier das Bestehen des Fußballes in Frage stellte.


1955
ging es rapide nach unten, schon konnte sich die Mannschaft nur noch in der 2. Kreisklasse halten.

Als dann im Spieljahr 1957/58 die Männermannschaft ausstieg, ging die Jugend geschlossen in diese auf. Bereits 1958 erkämpften sich die Spieler den Kreismeistertitel. Im Jahre 1959 erfolgte die Umbenennung in "Traktor Peitz". Es war jene Zeit, als der Fußball in der sozialistischen Sport- und Kulturgemeinschaft viele Anhänger, aktive Mitglieder, wie auch Zuschauer in Peitz fand. All sonntäglich in der Spielsaison fangen sich viele Peitzer auf Sportplatz ein.

 

Männermannschaft 1950
Männermannschaft 1953
Männermannschaft 1957

Entstehung der Kreisliga

Einer der initiativreichsten Sportfreunde war immer wieder Rudolf Steinecke. Unter seiner fachmännischen Leitung und Beratung nahm der Fußball in Peitz und im Kreis eine beachtenswerte Stellung ein.

Er war es auch, der im Namen der Sektion Fußball Peitz 1966 beim Kreisfußballverband den Vorschlag einbrachte, neben der 1. Kreisklasse auch eine Kreisliga zu gründen. Somit sollte der große Niveauunterschied in dieser Klasse beseitigt werden.

Die 1. Männermannschaft spielte zu dieser Zeit dann in der Kreisliga, aus der sie 1968 in die 1. Kreisklasse abstieg. Beide Männermannschaften betreute der altbewehrte Rudi Steinecke. Die Jugendmannschaft spielte unter der Leitung von Sportfreund Bogusch, der in dieser Zeit als Sektionsleiter fungierte und außerdem bis 1977 ein langjähriges Schiedsrichtermitglied war.

1967/68 traf die Fußballmannschaft von Dynamo Kobylsky Prag in Peitz ein, wobei die Peitzer Männermannschaft beim Spiel 4:0 verlor. Dieses Ergebnis zeigt trotz der Niederlage, wie gut damals auch internationale Sportbeziehungen gebunden wurden, welche in der Peitzer Fußball Geschichte ganz besonders hervorzuheben sind.

Nachdem von 1970 bis 1973 der Sportfreund Steinecke die Sektion leitete und aus Altersgründen diese Funktion aus den Händen gab, brachte in zunehmenden Maße die Besetzung der Sektionsleiterstelle mit einem erfahrenen und verantwortungsbewussten Sportfreund Probleme.

Männermannschaft 1960
Schülermannschaft 1960

Das Hoch der 80er Jahre

Die erfolgreiche und intensive Nachwuchsbetreuung der 70er Jahre sollte sich bezahlt machen und der Männerfußball fand 1980 in Peitz einen Aufschwung. In der Saison 1980/81 gelang der Aufstieg in die 1. Kreisklasse und eine Saison später 1981/82 konnte man den Aufstieg in die Kreisliga bejubeln.

stehend von links: Sektionsleiter Schröder, Klaus Zerna, Karl-Heinz Lehmann, Thomas Brandt, Frank Haluschek, Ulrich Brandt, Bernd Schubert, Roland Kritzel, Andreas Lehmann, Übungsleiter Manfred Kiesling;
kniend von links: Sven Zeppmeisel, Klaus Borchhard, Jens Böhme, Jens Herow, Reihnhard Hirte und Mannschaftskapitän Hartmut Heller.

In den Spielzeiten 82/83 und 83/84 entwickelte man sich in der Kreisliga weiter und konnte im Jahre 1985 den Aufstieg in die Bezirksklasse feiern.

Mannschaft 1981
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